Begriffe
Von A bis Z
ASSESI Association
Die Association of European Sustainable Insurers — ein freies Netzwerk von Versicherungsunternehmen und Institutionen, die gemeinsam an einem europäischen Verständnis für Nachhaltigkeit von Komposit-Versicherungsprodukten arbeiten. Kein Verein, sondern ein offener Unterstützerkreis.
ASSESI-Label
Das erste unabhängige Nachhaltigkeitssiegel für Komposit-Versicherungsprodukte. Es wird von akkreditierten Zertifizierungsstellen vergeben, orientiert sich an DIN EN ISO 14024 und startet mit Hausrat, Haftpflicht und Wohngebäude.
AVB
Allgemeine Versicherungsbedingungen. Sie legen fest, was ein Vertrag leistet. Für den ASSESI-Standard sind sie zentral: Das Wording muss klar deklarieren, welche Mehrleistungen für einen nachhaltigen Schadenersatz vorgesehen sind.
Beirat
Das unabhängige fachliche Beratungsgremium der Initiative. Er begleitet die Standardentwicklung kritisch und setzt sich aus Vertreter:innen der Versicherungsbranche, Wissenschaft, Verbraucherschutz und Zivilgesellschaft zusammen.
Bonus-Malus-Mechanismus
Eine Prämienlogik, die Verhalten belohnt oder belastet. Im ASSESI-Standard ein Beispiel dafür, wie ein Produkt Lenkungswirkung entfalten kann.
CO₂-Äquivalent
Maßeinheit, die verschiedene Treibhausgase auf die Wirkung von Kohlendioxid umrechnet. Im Schadenfall kann sie zur Ermittlung und Kompensation der entstandenen Emissionen dienen.
DBU
Deutsche Bundesstiftung Umwelt — eine der größten Stiftungen in Europa. Sie fördert das ASSESI-Projekt und sichert damit die Unabhängigkeit und wissenschaftliche Fundierung des Standards.
DIN EN ISO 14024
Die Norm für Typ-1-Umweltzeichen: Kennzeichnungen, die von unabhängiger Stelle nach festen Kriterien vergeben werden. Die strengste Form der Umweltkennzeichnung — und die Orientierung des ASSESI-Labels.
EmpCo-Richtlinie
Die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel. Ab September 2026 bindend. Sie erlaubt nachhaltigkeitsbezogene Aussagen nur noch, wenn sie auf anerkannten Zertifizierungen beruhen.
Gesamtbruttobeiträge
Die Summe der von einem Versicherungsunternehmen vereinnahmten Beiträge. Sie ist die Bemessungsgrundlage für den Unterstützungsbeitrag der Association; die Einstufung basiert auf öffentlich verfügbaren Geschäftsberichten.
Greensurance Stiftung
Die gemeinnützige Stiftung, die das ASSESI-Projekt trägt. Sie ist Standardgeber des Labels, koordiniert die Initiative und schult akkreditierte Zertifizierungsstellen — führt aber selbst keine Audits durch.
Greenwashing
Nachhaltigkeitsaussagen ohne belastbare Grundlage. Die EmpCo-Richtlinie richtet sich genau dagegen; ein anerkanntes Zertifikat ist der Gegenbeleg.
Komposit-Versicherung
Sammelbegriff für die Schaden- und Unfallsparten — etwa Hausrat, Haftpflicht und Wohngebäude. Das ASSESI-Label beginnt mit genau diesen drei.
Konsultationsprozess
Das offene Verfahren, in dem die ASSESI-Kriterien entstehen: mit Versicherungsunternehmen, Wissenschaft, Verbraucherschutz und Zivilgesellschaft. Wer dabei ist, gestaltet mit.
KPI
Kennzahl, an der sich Wirkung messen lässt. Das ASSESI-Label ist KPI-gestützt: Nachhaltige Mehrleistungen müssen messbar sein, nicht nur beschrieben.
Lenkungswirkung
Das erste Grundprinzip: Ein nachhaltiges Produkt verändert Verhalten erkennbar — über Prämienlogik, Präventionsanforderungen oder nachhaltigkeitsgekoppelte Konditionen.
Produktdatenbank
Das öffentliche Verzeichnis der zertifizierten Produkte. Die Aufnahme ist Teil der Lizenz und macht nachvollziehbar, welches Produkt das Siegel trägt.
Standardgeber
Die Stelle, die die Kriterien entwickelt und die Auditoren schult — bei ASSESI die Greensurance Stiftung. Bewusst getrennt von der prüfenden Stelle, damit die Prüfung unabhängig bleibt.
Sustainability Linked
Konditionen, die an Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt sind. Im Versicherungsprodukt etwa eine Prämie, die sich nach nachweisbarem nachhaltigem Verhalten richtet.
Transformationsbeitrag
Das fünfte Grundprinzip: die schrittweise Ablösung konventioneller Produkte durch nachhaltige. Es beschreibt die strategische Ausrichtung eines Unternehmens, nicht ein einzelnes Produktmerkmal.
Typ-1-Umweltzeichen
Eine Kennzeichnung nach DIN EN ISO 14024: kriterienbasiert, von unabhängiger Stelle vergeben, mit veröffentlichten Anforderungen. Abgegrenzt von Selbstdeklarationen (Typ 2) und Ökobilanz-Angaben (Typ 3).
Zertifizierungsstelle
Die akkreditierte, unabhängige Stelle, die das Audit durchführt. Sie prüft die Angaben anhand des Kriterienkatalogs und rechnet nach Aufwand ab — der Standardgeber ist daran nicht beteiligt.
Begriff fehlt?
Sagen Sie uns, welcher — wir nehmen ihn auf.